19 Feuerwehrmänner und eine Feuerwehrfrau haben den Lehrgang „Maschinist für Löschfahrzeuge“ im Landkreis Kronach mit sehr guten Leistungen abgeschlossen. KBM Daniel Schaller konnte gemeinsam mit den Ausbildern die Prüfungszeugnisse aushändigen. Julia Friedrich und Michael Jungkunz glänzten als Prüfungsbeste.

Steinberg - Der Maschinisten-Lehrgang wird in der Regel ein bis zwei Mal jährlich auf Kreisebene durchgeführt. In insgesamt 36 Unterrichtsstunden - verteilt auf zwei Wochen - in Theorie und Praxis erfuhren die 19 teilnehmenden Feuerwehrmänner sowie Feuerwehrfrau Julia Friedrich, worauf es im verantwortungsvollen Posten des Maschinisten ankommt. Geübt wurde an fünf Abenden sowie an zwei Samstagen an den Gerätschaften beziehungsweise mit Fahrzeugen der teilnehmenden Wehren. Unter der Federführung des Ausbilders, KBM Daniel Schaller wurden die angehenden Maschinisten desweiteren auch von KBM Harald Meyer, Johannes Bock (FF Kleintettau), Jens Wich (FF Neufang), Christian Kahl (FF Marktrodach) und Tobias Neder (FF Teuschnitz) in den verschiedensten Themenbereichen unterrichtet.

Technisches Verständnis und ein hohes Maß an Verantwortungsgefühl sind Grundvoraussetzung für jeden Maschinisten. Der Maschinist ist als Fahrer des Feuerwehrfahrzeugs für die Sicherheit seiner Kameraden auf jeder Einsatzfahrt verantwortlich. Am Einsatzort bedient er die Pumpe zur Wasserförderung und ist für alle Geräte am und im Fahrzeug zuständig. Zu seinem Tätigkeitsbereich zählen weiter das Aufrüsten des Fahrzeugs und das Auffüllen von verbrauchtem Material wie auch kleinere Reparaturen oder Störungsbeseitigungen.

Im Mittelpunkt des Lehrgangs standen dann auch - neben den Kenntnissen und Fertigkeiten bezüglich der Bedienung der Feuerlösch-Kreiselpumpe und Fahrzeugpumpe - zahlreiche Dienstvorschriften. Als Fahrzeugführer gilt es, viele Verkehrsvorschriften oder Regeln zur Unfallverhütung zu beachten. Das Fahren mit Sonder- und Wegerechten gehörte ebenso zu den theoretischen und praktischen Lehreinheiten wie auch Unfallverhütungsvorschriften, Motoren-, Fahrzeug- und Gerätekunde sowie der Winterbetrieb von Pumpen. Daneben wurden den Lehrgangsteilnehmern auch Grundlagen über Aufbau und Funktionsweise von Pumpen beziehungsweise Wasserförderung vermittelt.

Am zweiten Lehrgangs-Samstag bestand die Aufgabe für die Teilnehmer in einer Löschwasserförderung über lange Strecken. Dies wird bei Bränden notwendig, wenn größere Wassermengen benötigt werden, als im Einsatzgebiet vorhanden sind. Dies ist beispielsweise bei Waldbränden der Fall. Ein solcher Waldbrand wurde als Szenario auf einer Anhöhe in Steinberg-Eichenbühl angenommen. Bei der Löschwasserförderung über lange Strecken werden mehr Pumpen benötigt, um das Wasser durch die längere Schlauchleitung zu transportieren. Bei der Übung wurde das Wasser aus dem durch Steinberg fließenden Fluss, die Kronach, gesaugt und weitergegeben. Eine zweite Pumpe wurde als Verstärkerpumpe etwa auf halber Höhe in Eichenbühl aufgebaut. Das Wasser wurde in Form einer offenen Schaltreihe transportiert. Dabei wird von einer Pumpe das Wasser bis zu einem Behälter - in diesem Falle ein Faltbehälter - geleitet, von dem aus die nächste Pumpe das Wasser wiederum ansaugt und weiterleitet. Das Gebiet um Steinberg-Eichenbühl war aufgrund der vorhandenen Topographie - sprich Berg und Tal - für die Übung geradezu prädestiniert. Insgesamt wurden bis zum angenommenen Brandobjekt 24 Höhenmeter überwunden, wobei eine Schlauchleitung von 461 Meter verlegt wurde. „Um die Anzahl und die genaue Stationierung der Pumpen zu bestimmen, müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden“, erklärte Schaller. Eingerechnet werden müssen Pumpenabstand, der Druckverlust durch Schlauchlänge - in diesem Fall 11 bar, die Pumpleistung der schwächsten Pumpe sowie die Höhenunterschiede. „Die Verstärkerpumpe darf nicht wahllos hingestellt werden, sondern muss genau am richtigen Standort platziert werden“, so der KBM. An der dritten Station, dem angenommenen Brandobjekt, erfolgte schließlich die Wasserabgabe. Geübt wurde auch die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft - beispielsweise durch den angenommenen Ausfall einer defekten Pumpe.

Eine schriftliche Prüfung in der Kronachtalhalle rundete den Lehrgang ab. In der abschließenden Aussprache dankte Lehrgangsleiter KBM Daniel Schaller seinem Ausbilderteam für die hervorragende, sehr gute kollegiale Zusammenarbeit. Ein Dank galt auch der Feuerwehr Steinberg für die ausgezeichnete Organisation vor Ort sowie den Feuerwehren für die Überlassung ihrer Gerätschaften beziehungsweise Fahrzeuge. Erfreulicherweise hatten alle Teilnehmer mit sehr guten Leistungen bestanden, sodass diese ihre Lehrgangs-Urkunden entgegennehmen konnten. Prüfungsbeste waren Julia Friedrich von der Feuerwehr Gehülz sowie Michael Jungkunz von der Feuerwehr Stockheim mit jeweils einem Fehler. Da die ausgebildeten Maschinisten damit nun die Erlaubnis und Befähigung haben, Feuerwehrfahrzeuge im Einsatz und mit Sonderrechten zu bewegen, legte Schaller ihnen ein Fahrsicherheitstraining ans Herz. 2019 wird es wieder zwei Maschinisten-Lehrgänge geben.  

Wilhelmsthals Bürgermeisterin Susanne Grebner sprach allen Teilnehmern ihren Dank und größten Respekt aus, sich in der Freizeit diesem zweiwöchigen Lehrgang unterzogen zu haben. „Unsere Wehren sind unabkömmlich. Die Kameraden setzen sich unter Einsatz ihres Lebens für ihre Mitmenschen ein“, würdigte sie und zeigte sich dabei insbesondere auch auf die Feuerwehren in ihrem Gemeindegebiet sehr stolz. hs  

Lehrgangs-Teilnehmer: Felix Boxdörfer, Tobias Zahner, Markus Rieger (alle FF Küps), Marcel Manzer (FF Steinwiesen), Matthias Neubauer, Michael Jungkunz (beide FF Stockheim), Mario Schierle (FF Mitwitz), Marco Thamm (FF Burkersdorf), Julia Friedrich (FF Gehülz), Michael Schedel (FF Theisenort), René Kretschmann, Max Lemnitzer (beide FF Lauenstein), Dirk Fischer (FF Au), Florian Seuß (FF Thonberg), Philipp Funke (FF Höfles), Jan Fischer (FF Steinberg), Philipp Gratzke (FF Oberlangenstadt), Christian Schreckert und Michael Bobojcsov (beide FF Teuschnitz).